08_EVfK_Grimm_0817.pdf

Die 5 Elemente-Lehre in Verbindung mit Kinesiologie
Autor: Monika Grimm
Eine Jahrtausende alte Philosophie – auch heute noch aktuell und wertvoll für die Praxis

Dr. George Goodheart legte in den 70 Jahren den Grundstein der Kinesiologie. Er verband seine Erkenntnisse aus der Chiropraktik mit Wissen aus dem Akupunktursystem der Chinesen und konnte energetische Verbindungen zwischen Meridianen, Organen und bestimmten Muskeln feststellen. Die Kinesiologie arbeitet unter anderem mit Metaphern aus der 5-Elemente- Lehre. Diese Jahrtausende alte Philosophie aus dem alten China lässt sich auch auf die heutige Zeitübertragen. Im alten China entstanden vor einigen tausend Jahren die Philosophie der gegensätzlichen Kräfte Yin und Yang und die 5-Elemente-Lehre.

Die Menschen beobachteten das Wechselspiel der Kräfte, das Kommen und Gehen der Jahreszeiten, die immer wiederkehrenden Entwicklungsstadien in der Pflanzenwelt. Den Rhythmus von Tag und Nacht, Geburt und Sterben. Sie schauten auch auf das Auf und Ab im menschlichen Leben, auf Krankheiten und Wohlbefinden. Ein Ziel der Ärzte und Gelehrten in dieser Kultur war es, das Leben bei guter Gesundheit möglichst lang zu erhalten. Sie achteten auf den Einfluss und die Wechselwirkungen von Ernährung, Bewegung, Bedürfnissen und auf viele Dinge oder Gegebenheiten, die wir heute gar nicht mehr wahrnehmen oder deren Bedeutung uns nicht bewusst ist. Natürlich war eine solche Vorsorge für das tägliche Leben vor allem besonders privilegierten Menschen vorbehalten. Bezahlt wurden diese Ärzte nur für das Wohlbefinden ihrer Auftraggeber, nicht aber für eventuelle Krankheiten. Die Aufmerksamkeit wurde darauf gerichtet, den Körper zu stärken und möglichen Krankheiten zuvorzukommen. Gelehrte im alten China haben auf Grund ihrer Beobachtungen Rhythmen und Zusammenhänge erkannt. Daraus konnten sie eine Ordnung, ein System ableiten, nach dem sie sich richten konnten, um in der Lage zu sein, sich besser auf Veränderungen einzustellen und sich dem Fluss des Lebens anzupassen.

Yin und Yang

In der Natur stehen viele Dinge in polarer Wechselbeziehung zueinander (s. Tab.). Wie zum Beispiel Tag und Nacht, Hell und Dunkel, Mann und Frau, Sommer und Winter, Warm und Kalt und vieles mehr. Modellhaft kann man sich einen Hügel vorstellen, dessen Schattenseite das Yin und die Sonnenseite das Yang verkörpert. Mit dem Lauf der Sonne ändert sich das Bild. Der Spannungszustand zwischen Yin und Yang ist als Quelle der Energie anzusehen, die dazwischen hin und her strömt. Die Kraft, die in unserem Körper fließt, im chinesischen Qi genannt, ist eine bewegliche Energie, die unseren Körper in Leitbahnen, den Meridianen, durchströmt. Die beiden Kräfte Yin und Yang beschreiben die beiden gegensätzlichen Pole eines Ganzen, die sich gegenseitig bedingen und erst zusammen ein Ganzes ergeben. Ohne Licht gäbe es keinen Schatten. Ebenso könnte man das Licht nicht definieren, wenn man den Zustand des Schattens nicht kennen würde. Yin und Yang sind keine festen Größen, sie sind ständig im Fluss. Im schwarzen Yin ist bereits ein kleines Yang enthalten und im weißen Yang bereits ein kleines Yin. Diese kleinen Punkte vergrößern sich und kehren das Verhältnis um. Wo Schatten war ist jetzt Licht und umgekehrt. Es ist ein ständiges Pulsieren der Kräfte. Bei der Darstellung des Symbols von Yin und Yang handelt es sich also nur um eine Momentaufnahme in diesem Rhythmus.

Die fünf Elemente

Die fünf Elemente entsprechen bestimmten Rhythmen und Zyklen in der Natur. Es ist eine Ordnung, die sich auf vieles übertragen lässt. Auf die Entstehung derWelt, auf den Kreislauf der Jahreszeiten, auf unseren Tagesablauf, die Entwicklungsstadien unseres Lebens und vieles mehr. In der Geburtsphase des Universums entstand das Element Holz -mit Holz ist alles gemeint, was wächst. In der Wachstumsphase entstand aus Holz Feuer -mit Feuer sind Gase und besonders Luft assoziiert. In der Phase des Erwachsenseins entstand durch die Wirkung des Feuers Erde – der Erdboden, der das Leben erhält. In der Zersetzungsphase entstand aus ErdeMetall – alle anorganischeMaterie, die durch Zersetzung des Bodens entsteht. In der Todesphase entsteht aus der Zusammenwirkung der anorganischen Materie Wasser – damit sind alle Flüssigkeiten gemeint. Diese fünf Elemente sind in einemKreis angeordnet (s. Abb., S. 85), sie symbolisieren verschiedene Stadien, oder auch Wachstumsphasen, die aufeinander aufbauen und sich ergänzen. Jedem Element sind seiner energetischen Bedeutung entsprechend, verschiedene Dinge zugeordnet, wie zum Beispiel die Jahreszeiten, Himmelsrichtungen, Farben, Emotionen, Geschmacksrichtungen, Gerüche und auch Organe und Meridiane. Man unterscheidet den Ernährungs- und den Kontrollzyklus. Reihum ernährt ein Element das darauffolgende. Holz ernährt das Feuer, aus dem Feuer entsteht durch die Asche Erde, die Erde birgt Metall und an diesem Metall kondensiert Wasser, welches wiederum gebraucht wird damit Holz wachsen kann.

Neben dem Ernährungszyklus gibt es außerdem einen Kontrollzyklus, in dem ein Element das jeweils übernächste kontrolliert. Am Beispiel des Holzelements bedeutet dies, Holz verbrennt und ernährt damit das Feuer. Die Wurzeln eines Baumes (Holz), halten die Erde fest. Das Holz wiederumwird kontrolliert von Metall, der Axt, die das Holz spaltet.

Das Holzelement

Der Wandlungsphase Holz sind unter anderem die Farbe Grün, der Frühling, die Emotion Wut, der stimmliche Ausdruck des Schreiens, die Meridiane der Leber und der Gallenblase zugeordnet. Dieses Element steht für den Frühling, für Neubeginn, für alles was wächst und nach oben, zum Licht strebt. Die Pflanze, die in der Erde überwintert hat, kommt im Frühjahr mit voller Kraft aus dem Boden. Im Winter, der Wandlungsphase Wasser, konnte sie ruhen und Kraft sammeln, die es nun umzusetzen gilt. Die Pflanze nimmt ihren Platz ein, um sich in der Umgebung die sie vorfindet zu entfalten. Sie passt sich den Gegebenheiten an, ist flexibel und offen um zu wachsen. Bei energetischen Ungleichgewichten in diesen Meridianen können entsprechende Metaphern oft weiterhelfen. Beispielsweise: Bin ich offen für Neues? Wie gehe ich mit Veränderungen um? Empfinde ich sie als Bedrohung oder kann ich sie kreativ für mich und andere gestalten?

Das Feuerelement

Die Wandlungsphase Feuer setzt den Zyklus fort. Es ist die Zeit des Sommers mit viel Sonne und Wärme, aber auch mit flirrender Hitze und sich entladenden Gewittern. Es steht für Lebensfreude, Spiel, für Liebe und Erotik. Eine Zeit der geballten Energie, die dem jungen Menschen in der Pubertät und dem frühen Erwachsensein entspricht. Es gilt sich selbst zu finden, sich auszuprobieren, Neues kennen zu lernen. Dies ist das Alter umeinen Beruf zu ergreifen, den Partner finden und eine eigene Existenz aufzubauen. Die Farbe dieses Elements ist rot. Rot kann eine angenehme, warme Farbe sein, sie symbolisiert Liebe und Wärme. Sie kann aber ebenso für Aggression stehen, dann wenn man Rot sieht. Diesem Element sind gleich 4 Meridiane beziehungsweise Organe und Organsysteme zugeordnet. Herz, Dünndarm, Kreislauf-Sexus und Dreifach Erwärmer zeugen von geballter Energie.

Das Erdelement

Das Feuerelement wird von der Wandlungsphase Erde abgelöst. Die heiße Zeit des Sommers ist vorüber, der Altweibersommer hält seinen Einzug. Die Hitze ist vorüber, es ist ruhiger geworden. Vieles kann reifen, anderes bereits geerntet werden. Im menschlichen Leben ist es die Zeit des Erwachsenseins, in der,wenn alles gut gelaufen ist, die Familie in sich ruht, der Beruf ausgeübt wird und man seine Position gefunden hat. Die Farbe dieser Wandlungsphase ist gelb. Bei diesemElement stellt sich auch die Frage, wie wir mit unserer Erde umgehen. Umweltverschmutzung und achtsamer Umgang mit unseren Ressourcen sind nur zwei von vielen Punkte, die ich erwähnen möchte.

Das Metallelement

Mit dem Metallelement, das für den Herbst steht, setzt sich die Runde fort. Es ist eine Zeit der Ernte und des Rückblicks. Trauer ist eine Emotion dieser Wandlungsphase und der stimmliche Ausdruck dazu das Weinen. Alles ist vergänglich, von vielem muss man sich verabschieden, loslassen und weitergehen Die Farbe dieses Elements ist weiß bis grau. Auch zu diesen Organen und ihrenMeridianen passt das Bild des Loslassens und Festhaltens. Mit demAufnehmen frischer und der Abgabe verbrauchter Atemluft, wird dem Körper das zugeführt was er benötigt und entsorgt, was ihm nicht mehr guttut.

Das Wasserelement

Mit dem Wasserelement schließt sich der Kreis. Der Winter ist eingekehrt, die Natur pausiert und ruht. Eine Zeit des Rückzugs, der Regeneration und Erholung. Die Wandlungsphase Wasser steht auch für den Menschen im Alter. Wenn er sich zur Ruhe setzt. Für das Projekt bedeutet es, dass es fertig gestellt ist. Die Arbeit ist getan. Es kann, je nachdem um was es sich handelt, in Umlauf oder auf den Markt gebracht werden. Die Farbe dieser Wandlungsphase ist blau. In diesem Element könnten zum Bespiel folgende Fragen weiterhelfen: Gönnen wir uns genug Ruhe um wieder Kraft zu tanken? Hat sich einiges angestaut unddrohtunszuüberfluten?

Fazit

Diese fünf Wandlungsphasen sind ein Kreislauf, der sich wunderbar auf vieles übertragen lässt. Alle Stadien sind zu durchlaufen. Es ist gut zu wissen, dass es weitergeht und jede Phase für die Entwicklung wichtig ist. Wird in kinesiologischen Balancen ein energetisches Ungleichgewicht im Meridiansystem festgestellt, können entsprechende Metaphern dabei helfen, Blockaden auf den Grund zu gehen und diese zu lösen.

Literaturhinweis

[1] Touch for Health 3, Studienführer Internationale Kinesiologie

Akademie, Ffm.

[2] Touch for Health in Action, J.F.Thie, M.Thie.

[3] Yin und Yang in Harmonie, Helga Baureis, F. Guillot.

[4] Ganz in meinem Element, Uwe Karstädt.

[5] Ernährung nach den 5 Elementen, Barbara Temeli.


Zur Autorin Monika Grimm

Monika Grimm ist Heilpraktikerin für Psychotherapie (HPG), ausgebildete Kinesiologin und Hypnotherapeutin in eigener Praxis. Außerdemist sie Selbsthilfetrainerin für Gesund durch Berühren, Brain Gymund Emotionale Kinesiologie.

Kontakt: Monika Grimm, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HPG), Amselweg 6, 64839 Münster, Tel.: 06071 / 60 85 91, praxis@monika-grimm.de, www.monika-grimm.de