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Das Studium hat mein Leben enorm bereichert
Autor: Nicole Herkert
Rückblick auf das berufsintegrierte Studium Bachelor of Science (B.Sc.) Komplementäre Methoden in der Fachrichtung Klang-Resonanz-Methode

Bislangwar ich in einemkomplett anderen Bereich tätig. Ich arbeite seit 20 Jahren als Flugbegleiterin. Während einer beruflichen Pause hat in mir die Grundausbildung zur Peter Hess®-Klangmassagepraktikerin ein Feuer entfacht. Ein Feuer der Neugier und des Verstehenwollens. Ich wollte den Klang mit seinen ungeahnten Möglichkeiten erforschen, Zusammenhänge verstehen undmehr Einsatzmöglichkeiten der Klangmethoden kennenlernen.

So besuchte ich nach der Intensivausbildung weitere Seminare am Peter Hess Institut (PHI). In mir wuchs die Idee, mit dem Klang auch beruflich arbeiten zu können, wobei dies eher als zweites Standbein gedacht war.

Umrechtlich einen gesicherten Stand zu haben, informierte ich mich über die Möglichkeit, die Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie (HPG) zu machen. Ich kam jedoch schnell zu der Erkenntnis, dass in der Prüfung hauptsächlich auswendig gelernte Krankheitsbilder abgefragt werden, die man aber als HPG gar nicht behandeln darf. In der Regel boten die verschiedenen Anbieter zur Prüfungsvorbereitung auch kein Handwerkszeug an und gerade darum ging es mir doch: ich wollte die Peter Hess®-Klangmethoden anwenden lernen! Doch als Methode wird diese von der Prüfungsstelle gar nicht anerkannt. Alles Faktoren, die mir klar zeigten, dass das nicht mein Weg war.

Das Studium – genau das, was ich will!

Genau zu dieser Zeit wurde die Kooperation zwischen dem PHI und dem Steinbeis-Transfer- Institut, Institut für Komplementäre Methoden der Steinbeis-Hochschule Berlin (SHB) ins Leben gerufen und das Bachelor- Studium Komplementäre Methoden in der Fachrichtung Klang-Resonanz-Methode erstmals angeboten. Ich besuchte den Tag der offenen Tür auf dem mediacampus am Studienstandort des Instituts für Komplementäre Methoden in Frankfurt/Main. Es war für mich sehr spannend, Einblicke in das Campusleben zu bekommen. Das unkomplizierte Vorgehen, der erste Kontakt zu eventuellen Kommilitonen und einigen Dozenten steigertemein Interesse. Ummich zu entscheiden, führte ich auch Gespräche mit erfahrenen Klangmassagepraktikern, mit Bekannten und natürlich mit meiner Familie über das Studium und sich dadurch ergebende berufliche Möglichkeiten und zu erwartende Veränderungen. Viele dieser Gespräche bestärktenmich inmeinem Vorhaben. Es gab aber auch Kommentare wie „Du, in DeinemAlter, willst wirklich nochmal studieren?“. Doch diese stachelten mich erst recht an. Denn ich war überzeugt: Man ist nie zu alt zum Lernen, zumal wir sowieso ein Leben lang lernen. Warum dann nicht etwas lernen, was mich wirklich interessiert?! Meine Entscheidungwar gefallen und so startete ich im Oktober 2013 mein Studium mit der ersten Präsenzphase in Frankfurt/Main.

Gemeinsam erste Hürden nehmen

Das war eine sehr aufregende Zeit, da ja keiner von uns Studierenden wusste, was uns erwarten würde. Es fiel mir schwer, den ganzen Tag zu sitzen und dem Unterricht zu folgen. Die technischen Anforderungen, mit Computer und Internet zu arbeiten, stellten für mich keine größere Schwierigkeit dar. Jedoch hatte ich das Gefühl, dass die Dozenten eine andere Sprache sprechen. So verbrachte ich zu Beginn immer wieder Zeit damit, Begrifflichkeiten nachzuschlagen. Auch beim Lesen der zum Unterrichtsstoff vorzubereitenden Literatur hatte ich oft das Gefühl, überhaupt keinen Plan zu haben, von was da überhaupt die Rede war. Bald stellte ich fest, dass es den anderen Studenten ähnlich erging. Wir fingen an, uns zwischen den Präsenzzeiten rege über Internet und Skype auszutauschen und uns gemeinsam diese neue, sprachliche Welt zu erschließen. Im Austausch stellte sich heraus, dass jeder eine ganz persönliche Lernstrategie entwickeln musste. Je nach privaten Bedingungen, hauptberuflicher Tätigkeit und Lerntypus war es sehr unterschiedlich, wann und wie oft jemand etwas für das Studium erarbeiten konnte.

Aha-Erlebnisse an der Uni und in der Praxis

Parallel zu unserer fünften Präsenzphase begann der neue Studienjahrgang. Einige Vorlesungen hatten wir gemeinsam mit den „Neuen“, und spätestens da merkte ich, was ich schon alles gelernt hatte und wie viele Unsicherheiten ich schon hinter mir gelassen hatte. Es war für meine Kommilitonen und mich kein Problem mehr, wissenschaftliche Texte zu lesen und die Kernaussagen darin zu verstehen. Auch waren unsere Diskussionen mit den Dozenten auf ein anderes Niveau gestiegen. Im Unterricht hatte ich ständig das Gefühl, mirwürden kleine Lichter aufgehen. Ich kam mir vor wie eine Comicfigur, bei der immer kleine Glühbirnen aufleuchten, wenn sie einen Zusammenhang erkennt. Diese Aha-Momente, die mich sehr beflügelten, hatte ich aber nicht nur bei den Präsenzhasen an der Uni, sondern auch bei den Fachseminaren am PHI.

Fachausbildung und Praxisgründung

Ein Zwischenziel war der fachliche Abschluss zur Peter Hess®-Klangpädagogin. Mit dem Abschluss war der größte Teil der Fachausbildung abgeschlossen. Es galt noch ein paar Seminar-Hospitationen zu machen, bei denen ich meine veränderte Wahrnehmung und Reflexionsfähigkeit deutlich spüren konnte. Es war wunderbar, die Seminarinhalte zu wiederholen und mit dem erweiterten Verständnis der Studieninhalte verbinden zu können. Parallel eröffnete ich meine eigene Klang- Praxis, um das Gelernte auch direkt anzuwenden. Es bereitetemir viel Freude,wenn ich meinen Klienten die Wirkweise der Klangsettings unter verschiedenen Aspekten erklären und die neu erlernten theoretischen Aspekte aus dem Studium praktisch anwenden konnte. Dies galt es im Rahmen der Transferarbeiten in Worte zu fassen. BeimSchreibenwurdemir die eben dargestellte Verknüpfung von Wissen und Praxis jedes Mal wieder ein Stück mehr deutlich.

Dies gabmir zunehmend Sicherheit. Heute weiß ich genau, was ich tue, und kann es auch erklären, wenn jemand danach fragt. Das ist eine unglaubliche Bereicherung, die natürlich auch meinen beruflichen Handlungsrahmen enormerweitert hat. So kristallisierte sich für mich immer mehr ein beruflicher Neubeginn heraus, zumal mir immer deutlicher wurde, dass ich meinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben wollte.

Nur noch wenige Schritte bis zum Abschluss

Heute stehe ich kurz vor meinem Studienabschluss. Jetzt geht es darum, die „großen“ Arbeiten zu schreiben. Das ist u. a. die Studienarbeit, die gleichzeitig den ersten Teil der Bachelorarbeit bilden wird und in der der bisherige wissenschaftliche Stand zu meiner Thesis dargestellt werden soll.

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit möchte ich in einer klangpädagogischen Studie zur audiovisuellen Wahrnehmungsförderung die Auswirkung des Klangs auf das autonome Nervensystem und damit auf die Wahrnehmungsleistung von Schülern untersuchen. Die Daten meiner wissenschaftlichen Untersuchung habe ich bereits letztes Jahr erhoben, im nächsten Schritt gilt es, diese noch auszuwerten und zusammenzufassen. Nach Abgabe der Bachelorarbeit erfolgt die Einladung zur Präsentation der Arbeit vor dem Prüfungsausschuss. Die erfolgreiche Präsentation bildet gleichzeitig den Abschluss des Studiums.

 Rückblick: Mein Leben hat sich positiv verändert

Im Rückblick kann ich sagen, dass ich unglaublich viel gelernt habe. Nicht nur in fachlichen Bereichen, wie z. B. Medizin, Psychologie, Methodik, Pädagogik oder Marketing, sondern auch fürmich ganz persönlich. Es hat mir viel Freude bereitet zu erleben, wie mein Geist im Laufe des Studiums immer mobiler geworden ist und wie ich immer mehr Zusammenhänge erkannt habe.

Dadurch hat sich auch mein (berufliches) Selbstverständnis geändert und dies wirkt sich auf mein gesamtes Leben positiv aus. Und: Ich habe im Studium viele interessante Menschen kennen gelernt und hatte dieMöglichkeit, ihnen auf einermir vorher nicht bekannten Ebene zu begegnen. Mein Leben hat sich seit Studienbeginn sehr verändert. Ichwürde sagen, es ist bewusster und lebendiger geworden. Ich weiß noch nicht, wo der Weg nach dem Studium hin führt, aber eines weiß ich sicher: Meine Neugier und mein Wissensdurst sind noch nicht gestillt und ich freue mich, weiter lernen zu können.

Das Studieren in einer kleinen Gruppe, die sich gegenseitig stützt und motiviert, zusammen mit interessierten Dozenten und einer tollen Studienleitung, macht diese Zeit zu einem ganz besonderen Lebensabschnitt, den ich auf keinen Fall missen möchte.

 


Abschließend: Auch für uns als Dozenten bzw. Studienleitung ist es eine interessante, spannende Aufgabe, die Entwicklung der Studierenden zu begleiten. Sie erschließen sich neue berufliche Felder, und zu den komplementären Methoden wird nach wissenschaftlichen Kriterien publiziert.

Ingeborg L. Weber MSc


Zur Autorin Nicole Herkert

nach langjähriger Tätigkeit als Flugbegleiterin 2012 Ausbildung zur Peter Hess®-Klangmassagepraktikerin; 2013 Studiumbeginn B.Sc. Komplementäre Methoden / Klang-Resonanz-Methode am Steinbeis-Transfer-Institut, Institut für Komplementäre Methoden der Steinbeis-Hochschule Berlin; imselben Jahr Eröffnung der eigenen Klangpraxis in Frankfurt amMain. Fortbildungen zur Peter Hess KliK®-Expertin und Peter Hess®-Klangpädagogin. Seit Beginn 2017 Betriebsleiterin des Peter Hess Institutes.

Kontakt: Praxis für Klang-Resonanz-Methoden, Hansteinstraße 11, D-60318 Frankfurt, Tel.: 069 / 91507100, Klangmassage@herkert-frankfurt.de, www.Klangmassage-Herkert.de