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Das graugestreifte Hemd
Autor: Ingeborg L. Weber MSc

Autorin: Ingeborg L. Weber MSc

Ein besonderer Fall

Eines Tages rief mich ein Patient an und fragte, ob ich wüsste, welche Ursache infrage käme: Seine Hemden und T-Shirts hätten nach dem Tragen graue Streifen. Es sei kein Körpergeruch wahrnehmbar. Selbst Kochen der Wäsche entferne die Streifen nicht. Er habe mehrere Ärzte gefragt, was das sein könne. Aber niemand hätte eine Idee.

Ich äußerte die Vermutung, dass seine Ausscheidungsorgane nicht optimal funktionierten und daher der Weg über die Haut genommen werde. Schwarz – das könnte Amalgam aus Zahnfüllungen sein und / oder Blei aus dem Trinkwasser. In alten Häusern bestehen die Trinkwasserrohre oft aus Blei. Dieser Vermutung wollte der 54-jährige nachgehen und vereinbarte einen Termin in meiner Praxis. Ich bat ihn, aktuelle Laborbefunde, einen chronologischen Lebenslauf in Stichpunkten sowie eine Probe seines Trinkwassers zum Ersttermin mitzubringen. Im August 2016 erhielt ich von ihm dann die geforderten Informationen und Proben. Die Anamnese ergab zusätzliche Punkte zum Phänomen der schwarzen Verfärbung der Hemden und T-Shirts: Seit vier Jahren verspüre er Kribbeln in den Füßen. Blähungen träten immer wieder auf. Seit Jahren singe er im Chor. Seine Stimme sei in der letzten Zeit kratzig, dabei sei er Nichtraucher. Er befände sich in ärztlicher Kontrolle, es sei alles in Ordnung, und er nehme keine Medikamente. Folgende Befunde brachte der Patient mit: Wegen des Kribbelns in den Füßen war ein MRT des Cerebrums angefertigt worden zum Ausschluss einer Multiplen Sklerose (MS). Die Kernspintomografie des Cerebrums war unauffällig. Es gab keinen Hinweis auf ein akut entzündliches Geschehen. Ein Belastungs-EKG von 2016 war ebenfalls unauffällig. Eine Langzeit-Blutdruck-Untersuchung aus demJahre 2014 ergab tagsüber maximal 183/117 mmHg und nachts maximal 166/105 mmHg. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hatte sich der Blutdruck normalisiert. Der Patient nahm keine Medikamente. Ein Laborbefund vom20.09.2013 zeigte folgende pathologische Werte:ParameterBefund

GOT: 73 U/l <50 U/l (Normalwert, NW)

Kreatinin: 1,35 mg/dl <1,2 mg/dl (NW)

Harnsäure: 7,25 mg/dl 3,5 – 7,0 mg/dl (NW)

Triglyceride: 198 mg/dl <150 mg/dl (NW)

Fazit: Bereits 2013 zeigte sich, dass Leber-, Nieren und Fettstoffwechsel grenzwertige Befunde zeigten. Der Patient bekam keine Medikamente.

Ein zweiter Laborbefund vom 23.05.2016 – also ca. zweieinhalb Jahre später – ergab:

Kreatinin: 1,44 mg/dl < 1,2 mg /dl (NW)

Harnsäure: 8,6 mg/dl 3,5 – 7,0 mg/dl (NW)

Cholesterin: 243 mg/dl < 200/dl (NW)

Gamma GT: 36 U/l < 60 U/l (NW)

SGOT wurde nicht bestimmt

SGPT wurde nicht bestimmt

Triglyceride wurden nicht bestimmt

Fazit: Die Nierenwerte waren im pathologischen Bereich leicht angestiegen. Die Gamma-

GT für die Leber war normal. Das Cholesterin für den Fettstoffwechsel war leicht erhöht.

Die Niere war weiterhin belastet, ebenso der Fettstoffwechsel.

Der Patient bekam immer noch keine Medikamente.

Ein von mir veranlasster Laborbefund ergab folgende Ergebnisse:

Kreatinin: 1,2 mg/dl < 1,2 mg /dl (NW)

Harnsäure: 8,9 mg/dl 3,5 – 7,0 mg/dl (NW)

Cholesterin: 219 mg/dl < 200/dl (NW)

Triglyceride: 124 mg/dl < 150 mg/dl (NW)

SGOT: 67 U/l < 50 U/l (NW)

SGPT: 23 U/l < 50 U/l (NW)

Immunglobulin E: 920 U/ml < 100 U/ml (NW)

Fazit: Die Nierenbelastung war immer noch vorhanden. Cholesterin (Fettstoffwechsel) und SGOT (Leber) waren leider leicht erhöht, während die SGPT normal war. Außerdem war das Immunglobin E sehr stark erhöht. Dies ist der Fall bei atopischen Erkrankungen, u. a. bei Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp (Typ I Allergie).1 Das bedeutet, dass die Entgiftungsfunktion der Leber und die Ausscheidung über die Nieren reduziert waren.

Die Laborwerte erhöhen sich erst, wenn das Organ zu mehr als 50 % geschädigt ist.

Der kinesiologische Indikator-Muskeltest mit den Organpräparaten zeigte eine Schwächung von Leber und Nieren – bestätigte also die Laborbefunde. Mit den Testsätzen zeigte sich eine Unverträglichkeit von Milch und Natriumglutamat, einem Geschmacksverstärker. Weiter zeigte sich eine Amalgambelastung. Vormehr als zehn Jahren war eine Komplettsanierung der Zähne des Patienten durchgeführt worden – ohne eine Ausleitung. Die drei mitgebrachten Wasserproben ergaben alle eine Bleibelastung. Das Haus ist ein altes Gebäude und sehr wahrscheinlich mit Bleirohren ausgestattet. Die Vorgehensweise war, zuerst die direkt belastenden Faktoren zu minimieren, also:

• kein Trinkwasser aus dem Haus sowie

• keine Milch und Milchprodukte sowie kein Natriumglutamat zu sich nehmen.

Gleichzeitig mussten die geschwächten Organe Leber und Niere mit gezielt ausgetesteten Medikamenten gestärkt werden und die Entgiftung über die Lymphe angeregt werden.

Eine Stuhluntersuchung ergab eine Steatorrhoe (erhöhte Fettausscheidung) u. a. als Ursache eines gestörten Galleflusses – d. h. eine Belastung der Leber. Wegen der stark verminderten Enterokokken wurde ein Präparat, das Enterokokken enthält, verordnet. 14 Tage später klagte der Patient über Muskelschmerzen. VierWochen später stellte er fest, dass sein Schweiß jetzt roch. Außerdem hatte er in Ruhe einen ständigen Husten mit Auswurf. Die Ernährung hatte er umgestellt, kein belastendes Wasser mehr getrunken und die Medikamente eingenommen. Amalgam und Blei konnten beim nächsten Besuch mit dem Indikator-Muskeltest nicht mehr nachgewiesen werden, obwohl keine spezifische Ausleitung durchgeführt worden war. Die Selbstheilungskräfte hatten bereits gewirkt, obwohl Leber und Nierenweiter geschwächt waren. Als Intervention wurden Leber und Niere im Kontext zu allen Meridianen gestärkt und eine Bioresonanz-Stärkungskarte zum täglichen Tragen auf der Haut mitgegeben. Die Medikamente sollten weiter genommen werden.

Eine Woche später rief der Patient an: Er habe Kreislaufbeschwerden gehabt, die sich einen Tag später wieder stabilisiert hätten. Abwechselnd würde ihm heiß und kalt. Die Nase sei zu und der Husten mit Auswurf sei deutlich häufiger und intensiver und sehr lästig.

Diese Erstverschlimmerung2, in der Naturheilkunde bekannt, beeinträchtigte den Patienten sehr stark. Es wäre besser, dieses Phänomen als Erstreaktion zu bezeichnen, denn es zeigt, dass eine Reaktion des Körpers auf die Intervention erfolgt, was prognostisch günstig ist. Es ist noch kein chronischer, statischer Zustand erreicht.

Für den Patienten ist die Erstreaktion in der Regel natürlich sehr unangenehm. Die Erklärungen und der Hinweis, dass dieses Phänomen spätestens nach sieben Tagen vorbei ist, bewirkt, dass die Patienten die verordneten Maßnahmen weiter durchführen. In diesem Fall hatte der Patient drei Wochen später immer noch Husten mit Auswurf und sagte, es sei „unfassbar, was sich alles aus der Nase entleert“. Die Geruchsempfindlichkeit hatte sich gesteigert.

Der kinesiologische Muskeltest ergab, dass die Schwäche der Leber und Nieren nicht mehr nachweisbarwaren. Die Intervention – Leber und Niere im Kontext zu allen Meridianen stärken und eine Bioresonanz-Stärkungskarte zum täglichen Tragen auf der Haut mitgeben – wurde wiederholt. Die Medikamente wurden weiter genommen und Milch und Natriumglutamat gemieden. Inzwischen hat der Patient Urlaub am Meer gemacht. Um eine Entlastung zu haben, hat er keine Medikamente eingenommen und alles gegessen. Die Überempfindlichkeit beim Riechen ist geblieben und eine Spur von Husten und Schnupfen. Die Kondition ist deutlich besser geworden.

Und die neuen Hemden sind weiß geblieben.

1 Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, de Gruyter, Auflage264, S. 976

2 ebd., S. 138-139


 

Zur Autorin: Ingeborg L. Weber, MSc

MSc (Health Sciences und Child Development) und Diplom-Gerontologin. Koordinatorin für den Forschungsschwerpunkt Kinesiologie am Interuniversitären Kolleg für Gesundheit und Entwicklung Graz / Schloss Seggau. Gründung und Leitung der Internationalen Kinesiologie Akademie in Frankfurt. Seit 1993 als Heilpraktikerin in eigener Praxis tätig. Gründung und 1. Vorsitzende Europäischer Verband für Kinesiologie e.V., Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Deutschen Naturheilbundes e.V. (DNB e.V.), Gründungsmitglied und Mitglied im Beirat der Association of Natural Medicine in Europe (ANME e.V.), Gründungsmitglied und Mitglied im Beirat der Freien Gesundheitsberufe, Dachverband für freie beratende und Gesundheit fördernde Berufe e.V. Kooperationspartnerin des Steinbeis-Transfer-Instituts Körperbezogene Therapien der Steinbeis-Hochschule Berlin GmbH.

Kontakt: Internationale Kinesiologie Akademie, Cunostr. 50-52, D-60388 Frankfurt-Bergen, Tel.: 06109 / 723941, Fax: 06109 / 723942, info@kinesiologie-akademie.de, www.kinesiologie-akademie.de