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Erfolgreiche Behandlung eines KPU-Syndroms durch Psychosomatische Kinesiologie®
Autor: Dr. paed. Werner Weishaupt

Autor: Dr. paed. Werner Weishaupt

Teil 2: Wie Traumata über Generationen wirken können

Die Psychosomatische Kinesiologie® nach Dr. Weishaupt wurde vom Autor als eine Synthese aus in zwanzigjähriger Praxis bewährten Elementen verschiedener kinesiologischer Richtungen und Methoden entwickelt. Als Kommunikationsbrücke zum Unbewussten erlaubt der kinesiologischeMuskeltest ein schnelles, präzises und doch schonendes Herangehen an tiefer liegende seelische Zusammenhänge. Dazu kommt, dass der Ansatz eine Fülle unterschiedlicher Stressabbaumethoden beinhaltet, die letztlich den Erfolg der Behandlung ausmachen.

Bei Ann-Kathrin, der hier vorgestellten Patientin, hatte die medizinische Diagnose und (Weiter-)Behandlung einer Kryptopyrrolurie (KPU-Syndrom) in ärztlicher Hand gelegen. Weil jedoch der Gesundungsprozess stagnierte, war sie bereit und regelrecht auf der Suche, auch noch die anderen Ebenen einzubeziehen. Und da wir mit der Psychosomatischen Kinesiologie® bestrebt sind, ganzheitlich vorzugehen, rückten so seelische und soziale Belastungsfaktoren der Patientin ins Blickfeld. (Zur Vorgeschichte siehe den Teil 1 des Beitrags in CO.med 1/2016.)

Bei Ann-Kathrin war die leitende Fragestellung: Was hat dazu geführt, dass sie Zink nicht mehr optimal verwertete? Welche seelische Belastung hatte zur Folge, dass ihr Immunsystem nur zu achtzig Prozent arbeitete und sich ihr Körper mit den Vitaminen B2, B3, B6, B12 und Zink nicht ausreichend versorgte? Bei der Suche danach, wann und wodurch dieser Zustand bei ihr ausgelöst worden war, stießen wir in der Tat auf einen „Erbfaktor“ – eine traumatische Stressbelastung – in der väterlichen Linie. Da wir in der Psychosomatischen Kinesiologie ® auch systemische Aspekte aufgreifen, verfolgten wir diesen Hinweis weiter: Ann- Kathrin hatte offensichtlich in ihremUnterbewussten und Körper (das tiefste Unbewusste ist der Körper!) die Auswirkungen eines massiven Stresserlebnisses gespeichert, das ihr Urgroßvater als junger Mann erlebt hatte.

Auch andere Autoren, die nicht mit der Methode der Kinesiologie arbeiten, berichten ähnliche Zusammenhänge, wie z. B. das Therapeuten- Paar Udo Baer und Gabriele Frick- Baer in ihrem Buch „Wie Traumata in die nächste Generation wirken: Untersuchungen, Erfahrungen, therapeutische Hilfen“ (Fachbuch therapie kreativ 2010). Sie schreiben dort: „Traumatisierte Menschen haben oft alle psychische Kraft dazu verwendet, ihre Erfahrungen, Kriegstraumata und sexuelle Gewalterfahrungen, in sich einzukapseln und vor sich und den anderen zu verstecken und sie schweigen. Oder sie wollen andere nicht belasten – und sie schweigen. Eltern werden so gegenüber ihren Kindern zu Botschaftern des Schweigens. Auch wenn dies menschliche und verständliche, oftmals fürsorgliche Bewältigungsstrategien des Schreckens sind, so sorgt gerade das Schweigen dafür, dass die Traumata an die nächsten Generationen mit nachhaltigen Folgen weitergegeben werden.“

Was auf dem Weg über die Psychosomatische Kinesiologie® zutage kam, war zusammengefasst Folgendes: Ann-Kathrins Urgroßvater hatte den Ersten Weltkrieg miterlebt, allerdings nicht als Soldat. Gleichwohl hat er in dieser Zeit Dinge gesehen, die ihn offensichtlich traumatisiert hatten. Dazu kam noch der Verlust eines Sohnes, welcher im Kleinkindalter von einemPferdefuhrwerk überfahren wurde. Dadurch brachen sein Lebensmut und Lebenswille zusammen, seine Nebennieren und wohl auch sein Dünndarm (= Bauchhirn) konnten damit nicht fertig werden.

Ann-Kathrin wusste zuerst nicht recht, was sie mit diesen Informationen anfangen sollte. Konnte sie dem Ganzen trauen? Auf der bewussten Ebene hatte sie keine Kenntnisse über das Schicksal dieses Vorfahren. Gleichwohl fühlte sie sich tief berührt, als diese Zusammenhänge herausgetestet und kinesiologisch bearbeitet wurden. Über das 5-Elemente-Schema der Emotionen wurden ihre Emotionen und Meridiane ausbalanciert. Dann erfolgte der Nachtest: „Verwertet Dein Körper Zink und alle B-Vitamine jetzt optimal?“ Und der Muskeltest ergab ein eindeutiges „Ja“.

Einige Zeit später schrieb mir Ann-Kathrin: „Wie es mir danach ging, ist gar nicht so leicht in Worte zu fassen. Ich fühlte mich um eine Last erleichtert, welche ich so vorher nicht wahrgenommen hatte. Gleichzeitig allerdings wurde mir bewusst, dass der Teil, den ich losgelassen hatte, ein großer Teil dessen war, was mich ausgemacht hat. Unweigerlich stellte ich mir die Frage, wer (oder besser, wie) bin ich denn eigentlich, ohne diese übernommenen negativen Einflüsse meines Vorfahren?

Ein paar Tage nach der Balance hatte ich einen Arzttermin, um meine Werte kontrollieren zu lassen. Das Erstaunliche war, dass meine Zinkwerte erstmals seit Beginn der Therapie gestiegen waren. Zwar nur leicht, aber immerhin hatte sich endlich mal etwas getan. Und das, obwohl ich die Wochen vor der Blutabnahme kein Zinkpräparat genommen hatte!

Jetzt, nachdem einige Zeit vergangen ist, muss ich sagen, dass mir mein eigenes Ich wesentlich besser gefällt als das teilweise fremdgesteuerte! Diese pessimistische Grundhaltung, die mein Leben bestimmt hat (Warum soll ich in irgendetwas investieren? Das lohnt sich sowieso nicht. Wer weiß schon, wann das Leben dir wieder übel mitspielt...), ist einer freudigen Erwartung auf die Zukunft gewichen. Jeden Morgen denke ich: Ja, das wird bestimmt ein schöner Tag! – und kenn mich dabei kaum wieder. Ich freue mich über die Dinge, die das Leben mir schenkt, und das ist in letzter Zeit nicht gerade wenig. Ich habe das Gefühl, es kommt eine Fülle in mein Leben von genau den Dingen, die ich gerne hätte oder gerade brauche. Als hätte das Universum nur darauf gewartet, dass ich in der Lage bin, diese Geschenke auch als solche zu erkennen und anzunehmen. Das klingt vielleicht eigenartig, aber genauso fühlt es sich an.

Ich fühle mich so gesund und so voller Energie wie seit Jahren nicht mehr. Nochmals vielen Dank dafür!“

Welche Schlussfolgerungen können wir ziehen?

• Auch scheinbar „unheilbare“ – weil erblich bedingte – Krankheiten wie die Kryptopyrrolurie können erfolgreich behandelt und ihre Symptome zum Verschwinden gebracht werden.

• Durch Einbeziehen der Mehrgenerationenperspektive können Traumata unserer Vorfahren und deren Auswirkungen auf die heutige Generation aufgelöstwerden. Und da beide Söhne von Ann-Kathrin (11 und 8 Jahre alt) die gleichen KPU-Symptome inklusive Lern- und Schulschwierigkeiten an den Tag legten, haben wir sie beide ein paar Wochen später ebenfalls kinesiologisch balanciert.

• So wie sich Schockerlebnisse einerseits auf alle Ebenen des Organismus auswirken, geschieht andererseits auch umgekehrt Heilung stets ganzheitlich. Ann- Kathrins geschildertes neues Selbstverständnis und Lebensgefühl ist dafür genauso Beleg wie die nachgemessenen Laborwerte. Offensichtlich ist ihr Körper seit den beiden Balancen wieder in der Lage, alle notwendigen Mineralstoffe und Vitamine optimal zu verwerten.

Ein Jahr später:

Eine wichtige und oft gestellte Frage ist natürlich die: Wie stabil und dauerhaft sind solche Balancen? Deshalb habe ich rund ein Jahr später Ann-Kathrin noch einmal kontaktiert und um einen kurzen Bericht gebeten. Sie schreibt:

„Ja, wie geht es mir? Ich habe vor einigen Wochen wieder meine Werte kontrollieren lassen. Leider sind die Zink- und Selenwerte weiterhin nicht optimal. Mich hat das sehr überrascht, denn mein subjektives Gefühl war ein völlig anderes. Ich fühlte, und fühle mich noch, absolut gesund. Ich war dieses Jahr noch nicht einmal krank und habe eine Energie, die mich selbst überrascht. So ist im Juli meine Großmutter verstorben, welche ich die Wochen vorher fast täglich besucht habe, um sie auf ihrem letztenWeg zu begleiten. An ihremTodestag bekam mein Jüngster hohes Fieber (Verdacht auf Pfeiffer’sches Drüsenfieber). Einen Tag später hatte mein Mann einen Hörsturz. Als wenn das nicht gereicht hätte, ist drei Tage danach unser Geschäftsleiter für mehrere Wochen ausgefallen, sodass ich ad hoc die Personalverantwortung für fast sechzig Leute innehatte. Dabei hatte ich den Posten der stellvertretenden Geschäftsleiterin erst drei Wochen vorher übernommen und war mitnichten gut eingearbeitet…

Das alles war nicht nur körperlich, sondern auch emotional extrem anstrengend und hätte mich letztes Jahr noch gehörig aus der Bahn geworfen, in Formeiner heftigen Erkrankung, da bin ich mir sicher. Nun war ich die einzige, die nicht krank war und alles geregelt hat. Anstatt, wie vor deiner Behandlung, der Belastung nicht gewachsen zu sein, war mein Motto eher „Ich schaff das schon, es kann ja nur besser werden“. Inzwischen bin ich im neuen Job einigermaßen angekommen. Mir geht’s also ziemlich gut und ich bin nach wie vor neugierig auf das, was noch kommt, und wie sich die Dinge entwickeln.

Ob ich die KPU hinter mir gelassen habe? Aus medizinischer Sicht wahrscheinlich nicht. Ich für meinen Teil würde sagen: absolut. Denn sie hindert mich inzwischen in keinster Weise mehr daran, die Dinge, die ich tun möchte, auch zu tun. Besser kann es doch gar nicht sein, oder?“


 Zum Autor Dr. paed. Werner Weishaupt

ist Dozent und Heilpraktiker für Psychotherapie und Kinesiologie. Er ist Leiter der „Praxis im Zentrum für Psychotherapie und Kinesiologie” in Salzgitter. In seiner eigenen therapeutischen Tätigkeit liegt der Schwerpunkt bei der Psychosomatische Kinesiologie für Erwachsene und Kinder sowie der Gruppenarbeit und Supervision. Dr. Weishaupt ist vielen Kollegen bekannt durch seine Vorträge und Seminare bei den regelmäßig stattfindenden Psychotherapie-Symposien des „Verbandes Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater e.V.“, dessen Präsident er seit 2003 ist. Darüber hinaus ist er Mitglied im erweiterten Vorstand des Europäischen Verbandes für Kinesiologie (EVfK).

Kontakt: Verband Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater e.V., Lister Str. 7, D-30163 Hannover, dr.weishaupt@vfp.de, www.vfp.de