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Dentalamalgam – Nur ein Zahnfüllungsmaterial?
Autor: Jutta Binder, B.Sc.
Eine ganzheitliche Betrachtung und ein daraus resultierendes kinesiologisch-naturheilkundliches Behandlungskonzept für Patienten nach erfolgter Amalgamsanierung

Umweltbelastungen setzen sich multifaktoriell zusammen aus globalen und regionalen sowie alltäglichen Ereignissen. Ärzte und Therapeuten stehen vor der Aufgabe, die individuell ursächlichen Belastungen des Patienten zu erkennen, zu eliminieren und die Heilung auf allen Ebenen (körperlich, psychisch und seelisch) zu unterstützen.

Umweltpatienten weit verbreitet

Die WHO ging 2012 davon aus, dass in einigen EU-Ländern bereits 54 % aller Erkrankungen umweltbedingt sind, und führte phänomenologisch fünf Stadien der Befindlichkeit von Umweltpatienten ein:

Flexible Orientierungssuchende (diese Patienten fühlen sich krank und suchen im Äußeren die Ursache ihres Unwohlseins)

Fixierte Orientierungssuchende (diese Patienten sind sich bereits sicher, dass die Ursache in einer äußeren Noxe zu suchen ist, lassen aber die Möglichkeiten von Allergien oder Infektionen zu)

Vergiftungsorientierungssuchende

(diese Patienten sind sich sicher, unter einer Vergiftung zu leiden, und suchen nur noch nach dem Auslöser)

Vergiftungsoptimisten (diese Patienten glauben daran, durch Entgiftungsmaßnahmen oder Sanierung ihres Wohnraums eine Heilung zu erfahren)

Vergiftungsopfer (diese Patienten sind ohne Hoffnung auf Heilung und richten ihr Leben nach der Krankheit aus, dabei sind die psychosozialen Auswirkungen erheblich und enden teilweise im totalen Rückzug). [1]

Diese Einteilung verdeutlicht, wie unterschiedlich die Symptomatik und das Empfinden der Patienten im Kontext einer Umweltbelastung sein können. Diese Patienten fühlen sich oft nicht wahrgenommen, konsultieren verschiedene Therapeuten, bis die tatsächlichen Ursachen gefunden werden. Ärzte-Hopping mit unterschiedlichsten Diagnosen sind eine Folge. In der Naturheilpraxis findet dann die Zusammenführung dieser Ergebnisse statt, erschwert durch teilweise widersprüchliche Diagnosen und einen zunehmenden Leidensdruck des Patienten.

Dentalamalgam als ursächliche Belastung

Das Dentalamalgam spielt bei den meisten umweltbedingten Erkrankungen immer wieder eine zentrale Rolle. Hierbei handelt es sich um Legierungen mit einem konstanten Quecksilberanteil von 50 % und weiteren Metallen, z. B. Silber, Kupfer, Zinn und Zink, in unterschiedlichen spezifischen Anteilen. Das Material bewirkt allgemein belastende Pathomechanismen imOrganismus. Die spezifische Vergiftungssymptomatik hängt jedoch von der Bindungsart des Quecksilbers ab: Je nachdem, ob dampfförmiges metallisches Quecksilber (Hg0), anorganische Quecksilbersalze (Hg+/Hg2+) oder organische Quecksilbersalze (z. B. Methylquecksilber) vorliegen, ergeben sich unterschiedliche Wirkmechanismen.

Und so birgt nicht nur das Einbringen, sondern auch das Ausbohren vorhandener Füllungen weitere Risiken, z. B. durch das Auftreten von Quecksilberdämpfen, die eingeatmet werden.

(Neben dem Amalgam sind weitere Quecksilberexpositionen vorhanden, deren Berücksichtigung führt an dieser Stelle aber zu weit, Anm. d. V.)

Leitsymptome und Diagnose

Eine unspezifische Symptomatik erschwert die Diagnosestellung. Zu den häufigsten Beschwerden zählen u. a. Müdigkeit und Antriebslosigkeit, Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen, Depressionen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Allergien und Infektanfälligkeiten. Belastete Organe sind u. a. Nieren, Gehirn und Zentrales Nervensystem. Jedoch ist durch die Transportwege Blut, Nerven, Lymphe und eine diaplazentare Übertragung eine Ablagerung des Quecksilbers in jedem Körpersystem und im Fötus möglich. [2]

Die Zahn-Organ-Bezüge nach Voll sollten in der ganzheitlichen Betrachtung Berücksichtigung finden.

Laboranalyse

Quecksilberbelastungen sind im Labor und in der Praxis durch Urin-, Blut-, Fäzes-, Speichel-, Haar- oder Organ- / Gewebeanalysen (Biopsien), Röntgen und Tomografien sowie DMPS-Mobilisationstests nachweisbar. Quecksilber als Triggerfaktor für toxische oder immunologische Effekte wird über EDTA-Vollblut, Multisystemanalysen, IgEAntikörper, LTT-Test oder Nervenantikörper nachgewiesen.

Jede dieser Methoden hat ihre eigenen Grenzen, auch in Bezug auf eine reproduzierbare Anwendbarkeit. Keine Methode erfasst die tatsächliche Belastung aller Organe. [2,3]

Individuelle Entgiftungskapazität

Eine Erklärung finden wir im Metabolismus und der individuellen Toleranz eines Patienten in Bezug auf Giftstoffe. Diese variiert nämlich und wird u. a. von genetischen Faktoren beeinflusst.

Konkret gründet sich das auf der mehr oder weniger funktionalen Entgiftungskapazität des Körpers auf Zellebene. Verschiedene Enzyme arbeiten eng verzahnt daran, Toxine zu eliminieren. Sind diese nicht in ausreichender Menge vorhanden, nicht voll funktionsfähig oder durch andere Einflüsse blockiert, akkumulieren die Giftstoffe im Körper. Das bedeutet in der Konsequenz:

Messbare Quecksilberbelastungen ohne klinische Symptome sind ebenso möglich wie geringe Messwerte mit schweren klinischen Symptomen. [3]

Signatur und Analogien

Auch in der Betrachtung des umweltkranken Patienten spielt der seelische Aspekt eine wesentliche Rolle im Krankheitsgeschehen. Denn warumist ein Patient belastet, ein anderer scheinbar nicht? Was „schwingt“ hier auf anderen Ebenen mit, womit geht der Patient in Resonanz?

Bereits zu Zeiten des Paracelsus kam dem Quecksilber eine besondere Bedeutung zu. Dies lag nicht zuletzt an seiner Besonderheit der Aggregatzustände flüssig, dampfförmig und fest (gebunden): „Das nun von Mercurio soviel Schaden entspringt, ist dadurch bedingt, das er nicht die Vollendung erlangt. Und das Vollendete des Mercurio ist Coagulatio (feste Form, Struktur). (Paracelsus II/417).“ [4] Mercurius als geistiges Prinzip – bereits Paracelsus erkannte also: Wie Quecksilber, kann unser Geist den ganzen Körper im übertragenen Sinn vergiften. Das Wesen des Mercurius ist die Fähigkeit, Extreme zu vereinigen. Grundlegend für das Verständnis sind die physikalischen Eigenschaften der Form / Bindung und der Auflösung / freier Fluss. In der Analogie entspricht dies dem Lymphsystem. Es reichert erst Abfallstoffe an, um sie später wieder auszuschleusen. Ebenso streben alle Quecksilberkügelchen immer zur Einheit. In der Analogie des seelischen Aspekts: Zu einem gesunden Körper gehören alle Anteile. Ein weiterer Aspekt, übertragen auf die Zellen: Jede Zelle ist Teil eines Ganzen, jedes Organ hat sein eigenes Leben, aber alle sind voneinander abhängig, um zu überleben. Die Auseinandersetzung mit dem Fremden bedeutet wieder im Seelischen die Selbstfindung als positives Potential. Im Negativen die Selbstzerstörung. Dazu zählen Allergien bis hin zu Autoaggressionskrankheiten. [4]

Eine weitere Beschreibung des Mercurius- Wesens lautet: „Die eigene Lebenskraft findet keine Form und wird der Lebenskraft eines anderen geopfert“. [5] Die Botschaft des Mittels Mercurius solubilis hahnemanni (Hochpotenz) ist: „Finde Deine eigene Lebensstruktur!“[ 5]

Leitgedanken

Die Vielschichtigkeit der Amalgamproblematik und die Grenzen der Schulmedizin darzustellen dient dem Verständnis des nachfolgenden therapeutischen Konzepts.

Die zugrundeliegenden Gedanken sind:

• die Aktivierung der eigenen Stoffwechselvorgänge,

• die Unterstützung der Entgiftungsleistung,

• die Unterstützung der Ausscheidungsorgane und

• die spezifische Ausleitung des Quecksilbers.

Die Berücksichtigung von Therapieblockaden sowohl auf der stofflichen als auch auf der mentalen und emotionalen Ebene ist in einemganzheitlichen Ansatz unverzichtbar.

Gemäß demSalutogenese-Modell von Aaron Antonovsky liegt der Schlüssel zur Gesundheit im Kohärenzsinn. Die übergeordneten Ziele sind die Wiederherstellung der Selbstheilungskräfte des Körpers und ein subjektives gesundheitliches Wohlbefinden für den Patienten. (Abb. 1)

Mit der Kinesiologie steht eine Methode zur Verfügung welche zur Prävention, zur Diagnose über den kinesiologischen Indikatormuskeltest und zur Therapie über kinesiologische Interventionen/ Balancen eingesetzt werden kann.

Basierend auf den Erkenntnissen George Goodhearts beeinflusst eine strukturelle Balance alle Aspekte der Gesundheit. Über den Indikatormuskel kann der Einfluss oder Zustand der fünf Hauptsysteme (Nerven-, Lymph-, Gefäß-, Liquor- und Meridiansystem) festgestellt werden. Auch chemische Substanzen wie Amalgam / Quecksilber können mit Muskeln, inneren Organen, Drüsen und Meridianen in einen bestimmten Zusammenhang gebracht werden. [6] Der kinesiologische Indikatormuskeltest zeigt den Stress an, welcher im Organismus vorliegt, basierend auf den physiologischen Grundlagen der Muskelfunktion. Ausgehend von einem Normalzustand, mit welchem alle Regulationsmechanismen ausgeglichen sind, bedeutet Krankheit eine Abweichung, und diese kann alle Ebenen betreffen. [7]

Pischinger bezeichnete die Grundregulation als das übergeordnete Ordnungsprinzip im Streben des Organismus nach Selbsterhaltung. Das bedeutet, dass sämtliche Störungen, welche ein Ungleichgewicht verursachen können, ausgeglichen werden, sofern keine grundlegenden Blockaden vorliegen. Jeder Reaktion liegt demzufolge ein physiologischer oder pathologischer Reiz / Stress zugrunde. [8] Genau hier setzt die Kinesiologie an.

Therapeutische Vorgehensweise

Kinesiologie als diagnostisches Instrument

Auswahl des Indikatormuskels (i.d.R. Musculus deltoideus anterior).

Vortests: Überprüfung auf korrekte Funktion der außerordentlichenMeridiane Konzeptions- und Lenkergefäß, auf Hydration, auf Funktion der Muskelspindeln, und auf Switching. Überprüfung des Bereitschaftspunktes MP21 und der Erlaubnis zur Balance sowohl mit dem Indikatormuskeltest als auch verbal. (Je nach kinesiologischer Richtung sind unterschiedliche Vortests möglich, die Erlaubnis muss jedoch immer gewährleistet sein.)

Therapieblockaden: Überprüfung über die Ernährungsreflexpunkte auf Mangelzustände an Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen (diese können u. a. durch Quecksilber im Organismus verdrängt werden und müssen substituiert werden). Überprüfung über Fingermodi auf Blockaden durch Geopathie, Elektrosmog und Narben. Überprüfung über lege artis Testampullen (hier: Testsätze der Fa. Meripharm ) auf Blockaden durch Nahrungsmittel (diverse), Erregertoxine (diverse), Umweltgifte (diverse) und Amalgambelastungen (diverse Legierungen und Quecksilber in verschiedenen Potenzen).

Energiezustände der Organe: Überprüfung über lege artis Testampullen auf die Energiezustände der Organe (hier: Testsatz mit 35 lege artis Organ-Nosoden, Fa. Rubimed). Über den Indikatormuskeltest identifizierte Stressreaktionen werden notiert und im Kontext der zuvor erhobenen Anamnese und eventuell vorliegender klinischer Befunde berücksichtigt.

Lokalisation der Therapieebene: Körperliche, physiologische, emotionale und energetische Korrekturen sind möglich. Die Intervention / Balance gilt der Auflösung der Stressreaktion. Infrage kommen sämtliche dem Therapeuten zur Verfügung stehende Therapieverfahren.

Kinesiologische spezifische Unterstützung zur Amalgam- / Quecksilber-Ausleitung

Die spezifische Unterstützung in Bezug auf das Amalgam / Quecksilber erfolgt sowohl durch eine kinesiologische Meridianaktivierung unter Einsatz entsprechender Organ- Nosoden / Testampullen als auch durch die Einnahme individuell ausgetesteter Heilmittel. Gemäß der Resonanztheorie kann ein Organ oder Regelkreis mit einem abgeschalteten Indikatormuskel (Nosode oder Testampulle auf KG12) über die Schwingung einer Substanz (Medikamente oder andere Interventionen) in Resonanz treten, sodass Heilung geschehen kann. Das Heilmittel wird zur durch Stress abgeschalteten Nosode oder Testampulle auf KG12 gelegt. Im Ergebnis sollte der Indikatormuskel wieder angeschaltet sein. Ist dies nicht der Fall, war das Mittel nicht das richtige und es wird weiter ausgetestet.

Aufgrund der Erfahrungen und Kenntnisse verschiedener therapeutischer Ansätze durch den Behandler werden in der Regel maximal zwei bis drei Alternativen in Betracht kommen. Die Testung kann daher meist zügig abgeschlossen werden.

Am Ende ergibt sich eine 100%ig individuelle Therapie für den Patienten und ein sanftes und schonendes Arbeiten unter Berücksichtigung seiner individuellen Entgiftungskapazität.

Naturheilkundliche Unterstützung der Entgiftungsleistung der Organe

Zur Verbesserung der Grundregulation, d. h. zur unspezifischen Ausleitung / Entgiftung der Matrix und zur Aktivierung und Stärkung der Ausleitungsorgane erfolgt im vorgestellten Konzept die Gabe spagyrischer Präparate (hier: Spagyrik nach Glückselig = PHÖNIX Ausleitungskonzept, Fa. PHÖNIX Laboratorium). In der Spagyrik finden wir das Merkur-Prinzip und den Leitgedanken der Heilung auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene sowie das Streben nach einer höheren Ordnung wieder.

Bioresonanzverfahren

Jeder Information liegt ein Schwingungsmuster zugrunde. Die Bioresonanz nutzt dieses Wissen und die Methode der Invertierung, d. h. eine Substanz (hier: Amalgam / Quecksilber) wird als Gegenschwingung (invertiert) auf eine Karte übertragen und dem Patienten zur spezifischen Ausleitung / Unterstützung der Entgiftungsleistung mitgegeben. Eine weitere Karte dient zur Stärkung der energetisch schwach getesteten Organe und trägt deren stärkende Schwingung (hier: Wegamed Testexpert plus, Fa. Wegamed). Die Regulation des Säure-Basen-Haushalts und eine Symbioselenkung des Darms sowie Ernährungsgewohnheiten und Lebensführung werden ebenfalls nach Bedarf berücksichtigt.

Dokumentation

Es steht die Frage im Raum: Lassen sich die im Sinn der Schulmedizin nicht oder nur begrenztmessbaren Ergebnisse oder Therapieverläufe in Ergänzung zur kinesiologischen Testung dokumentieren? Und wenn ja, wie? Eine Möglichkeit wäre der Einsatz des SF-12 Fragebogens zur Erfassung des körperlichen und psychischen Wohlbefindens. [9] Das subjektive Wohlbefinden ist ein Kriterium für Gesundheit laut WHO-Definition.

Praxisbeispiele

Die folgenden, kurz skizzierten Fallbeispiele verdeutlichen das individuelle Vorgehen. Die Daten wurden im Rahmen ausführlicher Einzelfallstudien erhoben. Zu erwähnen ist, dass beide hier vorgestellten Patienten nach konventionell schulmedizinischem Vorgehen keine Verbesserung ihres Zustandes mehr erreichten

und nach Alternativen suchten.

Fall 1

Patientin, 63 Jahre, Leitsymptome Amalgam: Inneres Brennen der Haut und Schleimhäute, Dauerschwindel, Darmproblematik, starke psychische Erschöpfung.

Kinesiologisch Stressreaktion auf: Silberamalgam D30, Non-Gamma-2-Amalgam D30 und eigene zuvor entfernte Amalgamfüllungen sowie Leber, Galle und Dünndarm.

Therapie: Entsprechende kinesiologische Balance sowie das PHÖNIX Ausleitungskonzept, dazu eine Ausleitungskarte für die mitgebrachten eigenen Amalgamfüllungen und eine Stärkungskarte für die Leber.

Nach vierWochen: Kinesiologische Stressreaktion auf: Silberamalgam D30, Nongamma- 2-Amalgam, Dünndarm. Emotionale Stressreaktion, kinesiologisch ausgetestetes Mittel der Wahl: Bach-Blüte Wild Oat (Thema: Selbstfindung / Selbstverwirklichung) [10], analog dem Mercurius- Prinzip: Gestalte deine eigene Lebensstruktur. Hier zeigte sich die Signatur des Quecksilbers!

Nach acht Wochen: Die Symptomatik war leicht verbessert, der Darm ruhiger. Die Therapie wurde weitergeführt und ergänzt. Abbildung 2 verdeutlicht den Verlauf und zeigt gleichzeitig den gesundheitlichen Zustand der Patientin, der über den SF-12 ermittelt wurde und weit unter dem Durchschnitt der Vergleichsgruppe liegt (gestrichelte Linien, verglichen mit Altersgruppe 61-70, weiblich, 1994 [aktuellste Zahlen]).

Fall 2

Patient, 46 Jahre. Leitsymptome Amalgam: Müdigkeit, Schwindel, starke Erschöpfung.

Kinesiologisch Stressreaktion auf: Silberamalgam D30, Mercurius s.h. D6 sowie Lungen, Nieren und Blase.

Therapie: Entsprechende kinesiologische Balance sowie das PHÖNIX-Ausleitungskonzept. Dazu eine Ausleitungskarte nach kinesiologischem Prioritätenmode für Silberamalgam D30 und eine Stärkungskarte für die Lungen, Nieren und Blase.

Nach vierWochen: Kinesiologische Stressreaktion auf: Mercurius s.h. D10, Nieren und Blase.

Nach acht Wochen: Die Symptomatik hat sich weiter verbessert. Die Therapie wurde weitergeführt. Die Vergleichsgrafik (Vergleich SF-12mit Altersgruppe 41-50, männlich, 1994) zeigt einen völlig anderen Verlauf als im Fallbeispiel 1 (Abb. 3).

Diskussion der Fallbeispiele

ImFall 1 spielt die psychische Komponente eine wesentliche Rolle. Die Patientin benötigt zunächst auf dieser Ebene eine starke Unterstützung, damit der Heilungsprozess in Gang kommen kann (vgl. A. Antonovsky). Die Patientin zeigt, vorsichtig formuliert, tendenziell eine Entwicklung hin zum Vergiftungsopfer (s. o.). Erst nach sechs bis acht Wochen kommt es insgesamt zu einer Annäherung des Allgemeinzustands der Patientin an den der Vergleichsgruppe, sowohl psychisch als auch körperlich. Im Fall 2 liegt zunächst das körperliche Wohlbefinden weit unter dempsychischen. Hier stand die körperliche Unterstützung an erster Stelle. Im weiteren Verlauf ist sowohl körperlich als auch psychisch eine stetige Verbesserung des Wohlbefindens zu beobachten. Analog zur WHO-Einteilung (s. o.) handelt es sich hier tendenziell um einen Vergiftungsoptimisten.

Diese beiden sehr unterschiedlich gelagerten Fälle verdeutlichen die Notwendigkeit eines individuellen Vorgehens und das berücksichtigte ganzheitliche Prinzip: Wir holen den Patienten dort ab, wo er gerade steht, und behandeln trotzdem holistisch gemäß der Triade von Körper-Geist-Seele.

Fazit

Das therapeutische Vorgehen (Abb. 4) ergibt sich aus der Synthese verschiedener Behandlungsansätze und ist eine Nachführung bereits erprobter Konzepte. Ein Anliegen war, neben den körperlichen Pathomechanismen auch das geistig-seelische Prinzip des Quecksilbers aufzuzeigen, welches  an dieser Stelle nur kurz besprochen wurde und über die Literaturangaben [4, 5] weiter vertieft werden kann.

Eine Ausleitung von Amalgam (oder auch anderen Belastungen) ist individuell sehr spezifisch und auch nur so zu betrachten, das ergibt sich aus den vielen Facetten der möglichen Therapieblockaden und unterschiedlichen Organbelastungen aus kinesiologischer Sicht. Darin liegt aber auch eine Stärke der Methode, denn Amalgambelastungen werden häufig als „Chamäleon“ bezeichnet. Die Ausleitung kann sehr lange Zeiträume in Anspruch nehmen. Auch sind durch Einlagerungen u. a. im Fettgewebe immer wieder Mobilisationen des Amalgamsmöglich. Eine Unterstützung von Patienten mit noch vorhandenen Amalgamfüllungen erfordert eine andere Vorgehensweise und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem behandelnden Zahnarzt.

Literaturhinweis

1] Reichl, Franz-Xaver: Taschenatlas Toxikologie. Thieme Verlag, 2009.

[2] Daunderer, Max: Amalgam. Sonderdruck aus: Handbuch der Amalgamvergiftung. ecomed Verlag, 1995.

[3]Mutter, Joachim: Gesund statt chronisch krank! fit fürs Leben Verlag, 2009.

[4] Ochsner, Patricia: Quecksilber – Gold der Alchemisten. In: Rippe, Olaf; Madejsky, Margret; Aman, Max; Ochsner, Patricia; Rätsch, Christian (Hrsg.): Paracelsusmedizin - Altes Wissen in der Heilkunst von Heute. AT Verlag, 2012.

[5] Peppler, Antonie; Albrecht, Hans-Jürgen: Schwermetalle – Stoffliche Wirkungsweisen und psychische Hintergründe aus der Sicht der Kreativen Homöopathie. CKH®-Verlag, 2005.

[6] Frost, Robert: Grundlagen der Applied Kinesiology. VAK-Verlag, 1998.

[7] Thie, John F.: Gesund durch Berühren – Touch for Health. Irisiana-Verlag, 2006.

[8] Pischinger, Alfred: Das System der Grundregulation: Grundlagen einer ganzheitsbiologischen Medizin. Haug-Verlag, 2014.

[9] Morfeld, M.; Kirchberger, I.; Bullinger, M.: SF-36 Fragebogen zum Gesundheitszustand Manual. Hogrefe- Verlag, 2011.

[10] Bach, Edward: Dr. Edward Bach – Gesammelte Werke – Von der Homöopathie zur Bach-Blütentherapie. Aquamarin-Verlag, 1992. Weitere Literatur über die Autorin.


Zur Autorin Jutta Binder

Heilpraktikerin, in eigener Praxis seit 2010. Studiengang Komplementärtherapien / Kinesiologie an der Steinbeis- Hochschule Berlin. Im Rahmen des Studiums Ausbildung an der Internationalen Kinesiologie Akademie, Ffm. Währenddessen Auseinandersetzung mit der Amalgamproblematik. Neben der Kinesiologie Beschäftigung mit verschiedenen Aspekten des energetischen Heilens.

Kontakt: Am Bruchweg 12, D-63571 Gelnhausen, www.binder-naturheilpraxis.de