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Patient – Therapeut – Methode
Autor: Monika Gerhardus

Autorin: Monika Gerhardus

Aller guten Dinge sind drei

Die Entwicklung der Welt und auch jedes einzelnen Menschen unterliegt nach alter Denktradition dem Zyklus von Werden – Sein – Vergehen, einer Dreiheit, die auf allen Ebenen untrennbar ineinander verwoben ist.

Naturbeobachtungen

Das Besondere der Dreiheit offenbarte sich schon in sehr frühen Kulturen. Und zwar durch die Beobachtung der Natur und deren Deutung. Die verborgenen Geheimisse konnte nur der erkennen, der die Natur beobachtete. Das große Geheimnis vom Werden – Sein – Vergehen wurde in zahlreichen Naturphänomenen erkannt, wie z. B. im rätselhaften Mondzyklus. Sein 27-Tageszyklus („siderischer Monat“) mit seinen unterschiedlichen Gestalten als „Aufgehen“, „Fülle“ und „Vergehen“ beflügelte die Phantasie zu unendlich vielen Analogien zum Leben selbst.

In weiteren Beobachtungen erkannten die Menschen, wie sich Pflanzen aus der Erde heraus mit Stängel, Blatt und Blüte entfalten, in ihrer Pracht stehen und wieder vergehen. Aus dem Vergangenen heraus sahen sie die ewige Wiedergeburt der Natur, die ewige Metamorphose des sich erneuernden Lebens.

Der frühere Mensch sah sich als Abbild der Natur und fühlte sich eingebettet in ihre Gesetze.

Er nahm sich wahr als ein Wesen, das sich aus seinen Wurzeln heraus zum Licht, zur Sonne, zumHimmel entwickelnwill, undmit ihm das ganze Weltgeschehen. Er transformiert sich durch sein Leben mit Körper, Seele und Geist zum Höheren, zum Göttlichen. So entstanden sinnbildliche Darstellungen (wie die Weltenesche [Yggdrasil], der Lebensbaum), hochgeistige Konstrukte (wie die Kabbala) oder Bauwerke (wie z. B. Obelisken). Die Verehrung von heiligen Bäumen gehörte zur rituellen Ausgestaltung des Natur- Glaubens. Bäume streben nach der Verbindung von der Erde zum Himmel – wie der Mensch selbst.

Manifestierungen

Der geheimnisvoll-religiöse Umgang mit Zahlen und ihrer Deutung ist sehr alt. Die Babylonier glaubten, dass die Zahlen göttlichen Ursprungs seien. Nach der Überlieferung entwickelten sie ein regelrechtes System der Deutung von Zahlen. Die Babylonier haben alle übrigen alten Kulturen und Religionen, ob Indien, Persien, Griechenland oder Israel, beeinflusst. Durch das Alte und Neue Testament dringt die Zahlensymbolik in den christlichen Kulturkreis ein. Auch keltische Glaubensvorstellungen flossen mühelos in die christlichen Auffassungen, weil hier ähnliche Bilder und Vorstellungen die Menschen beseelten. Die heilige Dreiheit zeigt sich vielgestaltig über weite Teile der Welt. Neben dem jeweiligen Weltbild erzählen Mythen, Göttergeschichten oder Märchen in unterschiedlichen Darstellungen die drei Stufen der Emanation alles Existierenden: des Wachsens, Seins und des Vergehens. Aufgrund solcher archaischer, der Menschheit zugrunde liegender Weisheit und Erfahrung ist es verständlich, dass Lebensprozesse, Systeme unseres Denkens und viele Vorgänge unseres Alltags der heiligen Dreiheit unterstellt sind: Dies gilt natürlich auch für die Beziehung: Patient – Therapeut – Methode.

Patient – Therapeut – Methode

Es ist nicht möglich, diese Dreiheit zu trennen. Der eine Teil existiert nicht ohne die anderen Teile. Sie bedingen sich gegenseitig und bilden eine neue Einheit.

Patient

Im Mittelpunkt dieser Dreiheit steht der Patient. Es geht um ihn. Er kommt, weil er

• den Glauben an sich verlor,

• die Hoffnung verlor,

• das Gefühl der Liebe verlor.

Daraus sich entwickelnde Glaubenssätze klingen bei allen Patienten sehr ähnlich. Sie klagen sich an mit Gefühlen des Versagens, der Schuld, der Wut.

Die Aufgabe des Patienten ist es, an diesen Gefühlen zu arbeiten – ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Und – vor allem, seine Ressourcen, seine Kraft, seinen Glauben an sich selbst wieder zu finden. Und dazu benötigt er ein „Du“ – den Therapeuten.

Therapeut

Ich unterscheide zwischen dem inneren Therapeuten und dem äußeren Therapeuten. Der Therapeut ist dem Patienten zugetan. Seine Aufgabe ist es, dem Patienten zu helfen, seinen Glauben, seine Hoffnung und seine Liebe wiederzufinden. Der Therapeut sucht mit dem Patienten gemeinsam dessen Stärken, nach seinen liebenswerten Seiten und zeigt auf, dass er einen inneren Arzt besitzt, dem er vertrauen kann.

Der Therapeut selbst greift erst ein, wenn der innere Arzt erschöpft oder verzweifelt ist.

Ein guter Therapeut weckt Hoffnung und Erwartung. Damit wirkt er über das limbische System auf die stärkenden Gefühle ein. Und damit löst sich eine Kaskade von Selbstheilungskräften, die über das Hormonsystem Gleichgewicht herstellt und das gesamte Immunsystem stärkt.

Methode

Methoden /Interventionsmöglichkeiten sind fast so zahlreich wie die Sterne am Himmel.

Die Methode, die gewählt wird, muss dem inneren Arzt zusagen.

Dieser wird sie prüfen. Dann kann es sein, dass der Patient berichtet, dass er diese oder jene Maßnahme „vergessen“ hat zu tun, einzunehmen, zu befolgen…

Der gute Therapeut erkennt das Signal des inneren Therapeuten. Er wird nach einer Methode suchen, die der innere Arzt annehmen kann.

Fazit

Der Weg zum Heilwerden ist für den Patienten mit Hilfe seines Therapeuten und der gewählten Methode nur auf der Basis von Glauben, Hoffnung und Liebe möglich.  


 

Zur Autorin Monika Gerhardus

Monika Gerhadus arbeitet nach ihrer Lehrertätigkeit seit dem Jahr 1983 als Heilpraktikerin in ihrer Naturheilpraxis in Schöneck. Seit 1991 leitet sie das Medizinische Lehr- und Fortbildungsinstitut in Schöneck sowie den Landesverband der Union Deutscher Heilpraktiker (UDH) in Hessen und steht dem UDH-Bundesverband seit 1999 als Präsidentin vor. 2001 rief sie die Association of Natural Medicine in Europe (ANME) ins Leben.Alexander Reichl ist seit 30 Jahren selbständiger Physiotherapeut und hat seit 25 Jahren Erfahrung mit Kinesiologie in Behandlung und Beratung. Er ist seit 20 Jahren erfolgreicher Seminarleiter für Kinesiologie, autorisierter PKPund K-Power®-Instruktor sowie Entwickler und Autor der Fünf-Elemente-Farbbalance zur Stressreduzierung.

Kontakt: Union Deutscher Heilpraktiker (UDH), Waldstr. 21, D-61137 Schöneck, kontakt@UDH-Hessen.de, www.UDH-Hessen.de