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Gesund durch Berühren
Autor: Ingeborg L. Weber

Autorin: Ingeborg L. Weber

Fit bleiben beim Älterwerden

Der Volksmund weiß: „Sich regen bringt Segen“. Auch die Gerontologie (Lehre vom Altern) belegt durch viele Studien, dass die Faktoren Bewegung, gesunde Ernährung, soziale Kontakte, lebenslanges Lernen und positive Einstellung ein gesundes Altern ermöglichen.

Tatsache ist, dass die Organe und die Sinnesorgane langsam ihre Funktionen vermindern und dadurch die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung abnimmt und die körperliche Belastbarkeit sich reduziert. Forschungsergebnisse zeigen folgende Veränderungen im höheren Lebensalter beim gesunden, älteren Menschen (Kruse, 2007) auf:

• Die Herzleistung reduziert sich bis zu 50 Prozent.

• Die Lungenkapazität vermindert sich bis zu 50 Prozent und dadurch verringert sich die Sauerstoffaufnahme ebenso.

• Die Filtrationsrate der Niere nimmt bis zu 50 Prozent ab, so dass Stoffwechselabbauprodukte länger den Körper belasten bzw. im Gewebe abgelagert werden.

• Die Muskelkraft schwindet auf 30 Prozent und bei der maximalen Spitzenleistung sogar bis zu 60 Prozent. Die Kraft in den Händen lässt bis zu 45 Prozent nach.

• Die Reizleitung in den Nervenbahnen nimmt um10 Prozent ab und damit die Reaktionsgeschwindigkeit.

• Die Linsendichte nimmt um 200 Prozent zu, und damit reduziert sich das Sehen drastisch.

• Der Hörverlust macht sich bei den hohen und tiefen Tönen bemerkbar. Eine gezielte Meridiangymnastik, die die

Organe stärkt, kann helfen, diese Defizite auszugleichen und die Vitalität zu steigern.

Eine Studie der Universität Heidelberg mit Menschen im dritten und vierten Lebensalter (60 bis 80 Jahre und darüber bis 93 Jahre) zeigt allgemein positive Effekte auf und dass die fluide (Anpassungsfähigkeit) und kristalline (im Laufe des Lebens erworbene Fähigkeit) Intelligenz statistisch signifikant gesteigert werden konnte.

Die chinesische Meridianzeituhr bietet die Grundlage.

Meridiane sind Energiebahnen, die den gesamten Körper durchfluten und kräftigen. Die Kinesiologie mit ihrem „Gesund durch Berühren“ hat zu den entsprechenden Meridianen mit den Organen jeweils einen neurophysiologischen Muskeltest entwickelt. Diese Muskeltests können in entsprechende gymnastische Übungen umgesetzt werden. So ist es möglich, zu den zwei Hauptmeridianen und den zwölf Organmeridianen einmal den Tages- und Nachtumlauf zu turnen (Tab. 1).

Jede Übung wird drei- bis fünfmal durchgeführt.

Durch die Anregung der Organe – eventuell unterstützt durch pflanzliche Präparate – wird der Stoffwechsel angeregt und damit auch der Stoffwechsel des Gehirns. Körperliche und geistige Beweglichkeit ist die Belohnung.

Schwungvoll gestärkt – Meridianübungen

Meridiane sind im ganzen Körper verteilte Energiebahnen, die den Körper versorgen. Da der Meridianzyklus einen kontinuierlichen ununterbrochenen Verlauf hat, fließt die Energie in einer bestimmten Richtung, von einem Meridian zum anderen, in einer bestimmten Reihenfolge. Jedes Organ hat eine bestimmte Zeit, in der es intensiv arbeitet. Dies machen wir uns zunutze und stärken jeden Meridian in der Reihenfolge der Organuhr (Abb. 1), so kann der Körper leichter funktionieren und wir unterstützen ihn schwungvoll mit tänzerischen Bewegungen.

Wir beginnen mit dem Zentral- und dem Gouverneursgefäß und richten uns dann nach der aktuellen Uhrzeit. Die Übung, deren Organ gerade intensiv arbeitet, ist der Start – Viel Spaß!

A Zentralgefäß – Feigenblatt

Beide Arme werden schräg nach vorne ausgebreitet und gehen in Richtung Körpermitte und wieder zurück. (Abb. 2a)

B Gouverneursgefäß – Maikäfer

Beide Handrücken werden bei gebeugten Armen in Taillengegend gebracht. Die Ellbogen gehen so weit als möglich nach vorne und wieder zurück. (Abb. 2a)

1 Magen – Schwimmer

Beide Arme sind in einem Winkel von 90 Grad vor den Körper gestreckt. Die Handfläche zeigen nach außen, der Daumen in Richtung Füße. Die Arme gehen nun in Richtung unten außen und wieder zurück. (Abb. 3a)

2 Milz-Pankreas – Pinguin

Beide Arme sind gestreckt nach unten und werden direkt am Körper gehalten. Die Handinnenflächen zeigen nach außen. Die Arme bewegen sich vom Körper weg und kommen wieder zurück. (Abb. 3b)

3 Herz – Dirigent

Beide Oberarme sind auf Schulterhöhe, der Unterarm ist auf 90 Grad angewinkelt. Die Unterarme bewegen sich nach oben und wieder zurück. (Abb. 4a)

4 Dünndarm – Treter

Der Oberschenkelwird in den rechtenWinkel zum Körper gebracht und geht zurück in Richtung Erde. Diese Übung erfolgt mit beiden Beinen. (Abb. 4b)

5 Blase – Dreher

Das Bein ist leicht angehoben, der Fuß nach außen gedreht. Von dort drehen wir ihn nach innen unten und wieder zurück. Diese Übung erfolgt mit beiden Füßen. (Abb. 5a)

6 Niere – Kicker nach außen

Das Bein ist nach vorne gestreckt, Fuß und Knie sind nach außen gedreht. Von dort geht das Bein nach außen unten und wieder zurück. Diese Übung erfolgt mit beiden Beinen. (Abb. 5b)

7 Kreislauf-Sexus – Schere

Beide Beine stehen nebeneinander. Nun spreizt sich das gestreckte Bein zur Seite und kommt in die Ausgangsposition zurück. Diese Übung erfolgt mit beiden Beinen. (Abb. 6a)

8 Dreifach-Erwärmer – Ich-Muskel

Beide Ellbogen sind um 90 Grad gebeugt, der Daumen zeigt in Richtung Schulter. Die Hände bewegen sich nun in Richtung Brustbein und kommen zur Ausgangsposition zurück. (Abb. 6b)

9 Gallenblase – Bagger

Die Arme werden in 90 Grad vor den Körper gestreckt. Die Handflächen zeigen nach unten. Der Arm wird nach unten bewegt und zurück. (Abb. 7a)

10 Leber – Sternengreifer

Die Arme sind gerade nach vorne auf Schulterhöhe gestreckt, die Handinnenflächen zeigen nach außen, die Daumen nach unten. Die Arme werden nun nach oben außen geführt und wieder zurück. (Abb. 7b)

11 Lunge – Anhalter

Die Arme sind in Kopfhöhe gestreckt, der Daumen zeigt nach oben. Die Arme werden nach oben und wieder zurückgeführt. (Abb. 8a)

12 Dickdarm – Kicker nach innen

Das Bein ist nach vorne gestreckt, Fuß und Knie sind nach innen gedreht. Von dort geht das Bein nach innen unten und wieder zurück. Diese Übung erfolgt mit beiden Beinen. (Abb. 8b)

Diese fünf bis zehn Minuten Meridiangymnastik regelmäßig zum Start in den Tag steigern das Wohlbefinden und die Fitness.

Dieser Artikel ist bereits in der Broschüre des Deutschen Naturheilbundes e.V. "Heilen aus eigener Kraft" erschienen.


 

Zur Autorin: Ingeborg L. Weber, MSc

MSc (Health Sciences und Child Development) und Diplom-Gerontologin. Koordinatorin für den Forschungsschwerpunkt Kinesiologie am Interuniversitären Kolleg für Gesundheit und Entwicklung Graz / Schloss Seggau. Gründung und Leitung der Internationalen Kinesiologie Akademie in Frankfurt. Seit 1993 als Heilpraktikerin in eigener Praxis tätig. Gründung und 1. Vorsitzende Europäischer Verband für Kinesiologie e.V., Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Deutschen Naturheilbundes e.V. (DNB e.V.), Gründungsmitglied und Mitglied im Beirat der Association of Natural Medicine in Europe (ANME e.V.), Gründungsmitglied und Mitglied im Beirat der Freien Gesundheitsberufe, Dachverband für freie beratende und Gesundheit fördernde Berufe e.V. Kooperationspartnerin des Steinbeis-Transfer-Instituts Körperbezogene Therapien der Steinbeis-Hochschule Berlin GmbH.

Kontakt: Internationale Kinesiologie Akademie, Cunostr. 50-52, D-60388 Frankfurt-Bergen, Tel.: 06109 / 723941, Fax: 06109 / 723942, info@kinesiologie-akademie.de, www.kinesiologie-akademie.de