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Das Geheimnis der Bach-Blüten
Autor: Dr. med. Dagmar Uecker

Autorin: Dr. med. Dagmar Uecker

Heilpflanzen, die der „Seele gut tun“

In der Blüte, die am Morgen sich dem Licht der lebenserweckenden Sonne hinhält und

ihren Duft und ihre Schönheit der Welt schenkt, findet sich die höchste Kumulation von Lebenskraft einer Pflanze oder gar eines Baumes.

Edward Bach, der von 1886 bis 1936 lebte, hat dies wahrgenommen und sich am Ende seines Lebens auf der Suche nach einer ganzheitlichen Arznei in Wales ganz auf die Heilkräfte der Natur eingelassen. Nachdem er viele Jahre die erlernte Schulmedizin in seiner Praxis ausgeübt hatte, fühlte er, dass Symptombehandlung wenig mit wirklicher Heilkunst zu tun hat. Er erkannte die Symptome des Körpers als Signale der seelischen Wesenheit des Menschen und wollte das Kranksein an der eigentlichen Ursache beginnend in einen Genesungsprozess überleiten und dies begleiten. Er zog sich in die wunderbare Natur seiner Heimat Wales zurück und fand unter den teilweise unscheinbaren oder alltäglichen blühenden Pflanzen kraftvolle Essenzen, als er bei der Betrachtung der Blüten ganz seiner Intuition folgte.

Dieser Weg, den er in aller Einsamkeit ging, war die natürliche Folge seiner naturphilosophischen und religiösen Überzeugung, die er als lebendes Bekenntnis in den von ihm kreierten Heilmittel offenbarte. In Analogie zu der Erkenntnis, dass Kranksein auf der geistig-seelischen Ebene ihren Anfang nimmt, begriff Dr. Bach, dass es nicht der Stoff in einer Pflanze ist, der heilt, sondern das, was ihn werden ließ. So erkannte er in der meditativen Wahrnehmung der Blütenwunder in der Natur, dass diese „Pflanzenseelenträger“ Schlüssel zur Seele des Menschen bilden, gleichsam spirituelle Impulsgeber sind.

Für Bach ist der Mensch ein unverwechselbares Individuum und zugleich ein unentbehrlicher Teil einer umfassenden Einheit. Er hat eine unsterbliche Seele (das, was er eigentlich ist) und eine sterbliche Persönlichkeit (das, was er auf der Erde darstellt). Er hat diesen Leib, aber er ist nicht dieser Leib!

Der Mensch hat seinen individuellen Auftrag und trägt deshalb spezifische Energiepotenziale in seiner Wesenheit.

Die Seele möchte die Tugenden ihrer höheren Natur: Sanftmut, Stärke, Mut, Schönheit, Weisheit, Freude, Zielstrebigkeit und Humor durch die Persönlichkeit verwirklichen. Kommen diese Tugenden nicht zur Verwirklichung, dann zeigen sie sich von ihrer Schattenseite: Stolz, Grausamkeit, Hass, Egoismus, Unwissenheit und Habgier. Lebt der Mensch vollkommen im Einklang mit seiner Seele, dann kann sich die göttliche Schöpfungsenergie der Liebe durch seine Seele in der Persönlichkeit ausdrücken und er ist gesund, glücklich und in Harmonie mit allem Gewordenen.

Krankheiten entstehen aus Unkenntnis oder Missachtung geistiger Gesetze.

1. Die Illusion des Abgetrenntseins, mit der das Ego unserer Persönlichkeit unser Bewusstsein vernebelt.

2. Der dadurch permanent gelebte Verstoß gegen das Gesetz der Einheit, wodurch eine Dissoziation in der eigenen Wesenheit entsteht.

Diese Abspaltung vom wahren Selbst kommt dadurch zustande, weil sich das Bewusstsein mit der sterblichen irdischen Persönlichkeit identifiziert.

Wenn der Mensch die Botschaften seiner Seele nicht mehr hören oder verstehen kann, fällt er aus seiner eigenen inneren Ordnung und wird krank.

Bach erkannte seine entdeckten Blüten als Wachstumskatalysatoren für die Momente, in denen wir die Botschaften unserer Seele nicht mehr wahrnehmen und gleichsam orientierungslos geworden sind.

„So sind Krankheiten also Folge von Irrtümern, unbewusstem oder bewussten Nichtbeachten geistiger Gesetze. Sie sind weder Grausamkeiten noch Bestrafungen, sondern einzig und allein ein Korrektiv. Eine Krankheit ist ein Werkzeug, dessen sich unsere eigene Seele bedient, um uns auf unsere Fehler hinzuweisen. Sie möchte uns vor größeren Irrtümern bewahren, um uns daran zu hindern, noch mehr Schaden anzurichten. Sie möchte uns auf den Weg der Wahrheit und des Lichts zurückbringen, von dem wir hätten nie abkommen sollen.“ (Zitat von Dr. Bach)

Bach fand sieben Grundeigenschaften im Menschen, deren negative Gemütslage eine krankhafte Störung in unserer inneren Ordnung deutlich macht:

• Angst

• Unsicherheit

• Mangelndes Interesse für die Gegenwart

• Einsamkeit

• Überempfindlichkeit vor Fremdeinflüssen

• Mutlosigkeit und Verzweiflung

• Übergroße Sorge um andere

Für jeden dieser negativen Gemütszustände hat Bach passende Blütenessenzen aus der Natur gewonnen. Schauen wir uns im Rahmen dieser Betrachtung die „Angst-Blüten“ etwas näher an. Angst spielt in unserer heutigen Zeit eine bedeutsame Rolle. Sie weist uns darauf hin, wie weit wir von unserer inneren Stimme, unserem Seelenauftrag abgewichen sind oder ihn vergessen haben. Letztlich lässt sich Angst nur in einer echten Transzendenz auflösen. Die nachfolgenden Bach-Blüten sind sehr hilfreich, um aus den Peinigungen der Angst wieder einen Ausweg zu finden und sich selbst wieder als geistiges Geschöpf zu erkennen.

Rock Rose –Gelbes Sonnenröschen (Eskalation)

Diese Blütenessenz verhilft zu Ruhe und Zuversicht in Krisen, in denen die Geistesgegenwart verloren geht und Panik einen überwältigt. Die Wandlung, die diese Blüte einleiten kann, ist eindrücklich: Von der Panik zum Heldenmut! Dann kann der Betroffene sein inneres Gleichgewicht wieder finden, es bewahren und entdecken, dass der wahre Friede nur im eigenen Selbst gefunden werden kann.

Mimulus – Gefleckte Gauklerblüte (Tapferkeit)

Diese Blütenessenz vermag den Menschen aus seinen konkreten vielfältigen Ängsten zu befreien. Sie fördert den Mut und die Gelassenheit, sich neuen Situationen zu stellen und die eigenen Empfindlichkeiten und Ängste zu überwinden. Der Wandel vollzieht sich: Von der Angst zum Vertrauen! Im betroffenen Menschen entsteht die Gewissheit: Ich nehme auf jeden Fall einen neuen Anlauf, auch wenn mich mein Mut verlässt. Der kleine „Angsthase“ wächst über sich selbst hinaus, weil er sich geborgen weiß in einer höheren Ordnung.

Cherry Plum – Kirschpflaume (Gelassenheit)

Die Essenz hilft, innere Spannungen zu beherrschen, die leicht zu Kontrollverlust führen, und gibt Gelassenheit. Der Wandel vollzieht sich: Von der Überspannung zur Entspannung! In dem Bewusstsein, ein Mikrokosmos in einem Makrokosmos zu sein, kann man sich gelassen dieser höheren Ordnung einfügen. Man weiß, dass man seine aufgestaute Anspannung überwindet und freut sich, Neues mit Gelassenheit zu beginnen.

Aspen – Zitterpappel (Ahnung)

Die Essenz der Espenblüte hilft, zwischen Eindrücken von außen und eingebildeten Angstimpulsen aus dem Inneren zu unterscheiden. Der Mensch wandelt seine innere Düsternis: Von dunkler Vorahnung zur bewussten Sensibilität! Er vermag, sich selbst zu ermutigen und sagt zu sich selbst: „Ich überwinde jetzt meine Befürchtungen durch Vertrauen und Ruhe.“

Red Chestnut – Rote Kastanie (Abnabelung)

Hilft bei übertriebener Fürsorge und wenn man sich zu viel Gedanken um andere macht. Man beginnt den großen befreienden Wandlungsprozess: Von der Symbiose zur Eigenständigkeit. So lautet auch die Affirmation für diesen Wandel: „Ich lerne loszulassen und finde den rechten Abstand.“

Die Wirksamkeit der Bach-Blütenessenzen gerade auch bei Kindern ist verblüffend. Die Wandlungsprozesse setzen sehr schnell ein und helfen, schwierige Lebensphasen oder auch vorübergehende emotionale Engpässe und Verzerrungen sanft aufzulösen und wieder neue Lebensperspektiven zu finden. Wenn dann auf der seelischen Ebene wirklich etwas bereinigt und auch „verstanden“ worden ist, kann sich auch die körperliche Signalbotschaft der Symptome auflösen. Wenn man die rechte Arznei für sich selbst finden will, so empfiehlt Dr. Bach:

„Schaue dir die Tugend an, die du am meisten bewunderst, und die Untugend, die du am meisten verachtest. Wir entdecken sie in anderen Menschen, die uns ein Spiegel dafür sind, was in uns noch wachsen und was in uns noch erlöst werden will.“

Es lohnt sich für jeden therapeutisch tätigen Menschen und seine ihm anvertrauten Heilsuchenden, in das Geheimnis der Bach- Blüten einzutauchen. Es sind einfache, natürliche und sogar selbst herzustellende, absolut unschädliche Heilmittel.


Zur Autorin Dr. med. Dagmar Uecker

Ärztin für innere Medizin, Homöopathie, Naturheilverfahren, Dozentin für biologische Medizin und Lehrbeauftragte der Europa Universität Viadrina.

Kontakt: Königsteiner Str. 55B, D-65812 Bad Soden